Es tat gut einige Wochen NICHT an die Probleme der Menschheit zu denken. Der Probleme gibt es viele: Insektensterben, Klimawandel, Verkehrsplanung, Lebensmittelreinheit (Eier-Skandal), Flüchtlinge, Kriege, Religionen uvm.
Ein Blick in die Zeitungen ist der Horror. Alles von Menschen gemacht. Gegen Menschen. Für irgendwelche Interessen. Im Interesse von wem oder was?

WAS kann man als Normalbürger*in eigentlich tun?

Zeit für ein kleines Resümee.

Als Privatperson kann man nicht „viel“ bewirken, sollte man meinen. Es fehlt die Position, das umfängliche Wissen und die Verbindung zur „Szene“ der Politiker*innen, Jurist*innen, Wissenschaftler*innen, Profi-Protstler*innen. Das erste halbe Jahr war ein Lernprozess, denn es gibt sie tatsächlich, diese Protest-„Szene“.

Die – M – E – N – S – C – H – E – N – K – E – T – T – E – war ein wirkliches Highlight und hat die Welt auf das Thema aufmerksam zu gemacht: eine großARTige Aktion, begleitet mit viel Emotion und Energie. Und sie hat es geschafft, viele Leute unterschiedlicher Parteien und Nationen zusammen zu bringen! Menschen gegen Tihange. Ganz einfach. Christo hätte so eine Aktion künstlerisch nicht besser machen können!Und ja, es tut sich was auf dem Energiegewinnungssektor: Windenergie und Solarstrom nehmen an Fahrt auf, Kohle soll ganz weg, über E-Autos wird verstärkt nachgedacht.

Nur die Region Aachen rüstet sich für den Ernstfall: ab 1.9. gibt es die Möglichkeit, sich Jod-Tabletten zu besorgen: AZ-Artikel. Die Aktion geht bis ENDE NOVEMBER. Für wen Jod-Tabletten sinnvoll sind und für wen nicht sollte vorher recherchiert werden. Diese Aktion „Jodtabletten für Aachener Region“ hat es in die deutschlandweiten Medien geschafft, ZEITSPIEGEL, uvm. Auch eine Art der Publicity: Hallo Welt: schau her! Die Gefahr durch die Bröckelmeiler ist da!

Besser als Jodtabletten zu verteilen wäre es, Tihange und Doel abzuschaffen, die noch bis 2025 (!) laufen sollen. Viel Zeit für ein überlebtes Energiegewinnungskonzept, dessen Folgekosten astronomisch sind und dessen Begleitkosten auch von den Nicht-Belgiern getragen werden müssen. Doch abschaffen können das leider nur die Belgier selbst. Uns Privatpersonen bleibt nur, permanent unsere Haltung kund zu tun: Wir finden diesen Grill auf Nachbars Grundstück brandgefährlich!

Noch eine andere Frage stellt sich:
Wie sieht es mit der Fürsorge der Belgischen Behörde für ihre Bevölkerung aus? Wird genug getan um die Bevölkerung im Ernstfall eines leichten, mittleren oder größeren Störfalles zu schützen?

In einem Artikel von April 2016  wird immerhin berichtet, dass die Belgischen Behörden durchaus darüber nachdenken, Jodtabletten an die Bevölkerung zu verteilen. Und schon im März 2011 gab es eine Aufklärung der belgischen Bevölkerung: BRF Artikel.  Dietrich Meyer-Ebrecht äußert noch eine andere Überlegung:

O-Ton Dietrich Meyer-Ebrecht:
Fibronil: Belgien liefert Steilvorlage für „Stop Tihange und Doel“ (Dietrich Meyer-Ebrecht)
Mit der Fibronil-Affaire haben die belgischen Behörden allen Initiativen für eine Abschaltung der Reaktoren in Tihange und Doel eine Steilvorlage geliefert. Wenn die belgischen Behörden schon nicht willens oder nicht in der Lage sind, ihre eigenen Bürger und die der Nachbarstaaten vor Giften in einem wichtigen Grundnahrungsmittel zu schützen, wie werden sie dann mit ernsthaften Störfällen oder Unfällen in den störanfälligen Kernkraftanlagen umgehen? Es müssen nicht einmal Wochen sein, bis ein Ereignis, das die umgehende Aufnahme von Schutzmaßnahmen verlangt, an die zuständigen Behörden weiter gemeldet wird ? hier wird es bereits dramatisch, wenn nur Stunden ungenutzt bleiben. 


Diese Ereignisse motivieren einmal mehr, den Aufbau unabhängiger Strahlungsüberwachungsnetze zu forcieren, wie unser grenzübergreifende TDRM-Projekt. Dass  hier die Bürger in ehrenamtlicher und spendenfinanzierter Arbeit die Strahlungsniveaus um die AKWs Tihange und Doel öffentlich sichtbar machen, ist eine der Konsequenzen aus ihrem schwindenden Vertrauen in die Fürsorge der Behörden.

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Wenn also die Politik schon versagt – was kann ich da als Normalbürger*in eigentlich noch tun?

Alles was ich tun KANN ist besser als das Nichtstun: ich kann meine Meinung über Nachbars Bröckelmeiler immer und immer wieder Ausdruck verleihen und das Eine tun, was ich tun kann: Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und mich weiterhin Samstags am Brander Stier positionieren – mit oder ohne Schirm – und der Welt zeigen: Stopp Tihange, Energiegewinnung geht auch anders!

# Protestaktionen am 9.9.

– natürlich stehe ICH mit einigen anderen hoffentlich wieder am Brander Stier. Meine „Arbeit“ auf diesem Gebiet ermöglicht es anderen Personen mit sehr wenig Aufwand ihre Meinung öffentlich zu zeigen indem sie sich einfach schnell mal dazu stellen. Und nach 5 Minuten kann man sich wieder dem Alltagsmoloch zuwenden.
An dieser Stelle möchte ich allen DANKEN, die jemals schon mal da waren, die diese Aktion unterstützen und gut finden. Ohne diesen Zuspruch könnte es sein, dass es diese Aktion schon gar nicht mehr gäbe!

– Die AAA (Aachener Aktionsbündnis gegen Atomkraft) rufen für den 9.9. auf zur DEMO in Lingen, wo die Brennelemente für Tihange hergestellt werden. Kostenloser Bustransfer! Mehr Infos siehe LINK

– weitere Proteste bezüglich anderer Themen finden ebenfalls an dem Tag statt. Man hat die Qual der Wahl.

# Notfall-Kid & Sammelbestellung

Mit drei Leuten lohnt sich noch keine Sammelbestellung. Gerade die benötigten Atemschutzmasken für Kinder sind leider nur im 100er Pack zu haben.
Infos dazu: Notfall-Kid.
Bei Interesse gerne HIER melden: kontakt@5vor12.nrw.

# Probleme mit dem Schirmtransport auf dem Fahrrad?

Filmtipps HIER: Schirmtransport auf dem Fahrrad .

# Wer noch einmal das erste halbe Jahr der Aktion 5vor12 am Brander Stier als Filmimpressionen anschauen will: YOUTUBE – man beachte das ENDE…. +hihi+

#keine Ahnung, warum die Formattierung des Textes so merkwürdig ist…

 

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